Krankheiten/Schädlinge:


Wie alle anderen Zimmerpflanzen können Usambaraveilchen genauso an Schädlingen oder Pilzkrankheiten leiden. Hier möchte ich einige Vertreter zeigen.

Weichhautmilben:


Unter den Begriff Weichhautmilben sind mehrere Arten definiert, z.B. Breite Milbe, Erbeermilbe, Cyclamenmilbe. Diese Tiere sind nur einge Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht zu sehen, was sie eben auch so gefährlich macht, da sie ohne Hilfsmittel wie Lupe oder Taschenmikroskop nicht zu sehen sind, sondern man sie nur an dem Schadbild erkennen kann. Leider ist es dann oftmals schon ein stärkerer Befall dieser zeichnet sich durch starke Behaarung und Graufärbung der Neutriebe aus, auch wächst das Herz der Rosette gestaucht/verkrüppelt und verkorkt ( die Blätter fühlen sich sehr viel härter und unbiegsam) an.

Die Weichhautmilben halten sich gern in Bodennähe/oder an den Abzugslöchern der Töpfe auf und ebenfalls bei starkem Befall in den Triebspitzen der Rosetten (Nestweise).

Bekämpfung:

Gegen Weichhautmilben sind in Deutschland nur 3 Mittel wirksam, diese sind Kiron, Vertimec und Masai. Letztere beiden sind nur im Erwerbsgartenbau zugelassen und für Privatmenschen schwer zu bekommen, dennoch möchte ich beide gern erwähnen.

Noch besser wirkt der Einsatz von Nützlingen der Gattung Amblyseius ( cucumeris und barkeri) die man im Internet bestellen kann. Diese sind in Tütchenform oder als Streuware erhältlich und jagen die Weichhautmilben, saugen diese dann aus. Wenn sie keine Nahrung mehr finden wandern sie ab oder sterben nach einigen Wochen.

 

WICHTIG: Bei Nützlingseinsatz ist entscheidend die Anzahl der ausgebrachten Nützlinge. Man sollte nicht sparen, denn es sollten mehr Nützlinge als Schädlinge sein um einen raschen Erfolg zu verzeichnen. 

Sehr gute Erfolge soll man mit Vertimec/Vertimec Pro und Kiron erzielen, allerdings ist es wichtig, Mittel aus verschiedenen Wirkstoffgruppen zu nutzen. Folgende Mittel kann ich empfehlen:

 

Bifenazate = Floramite 240 SC 

Fenpyroximate = Kiron 

Tebufenpyrad = Massai 

(Der Großteil dieser Mittel ist nur mit Sachkundenachweis zu bekommen, da sie in DE als Gefahrenmittel eingestuft werden. In Amerika sind weitaus wirksamere Mittel zugelassen, die leider nicht hier bei uns zu bekommen sind).

 

Zusätzlich soll es helfen, vorbeugend mit Neemöl zu behandeln (ich empfehle die Nutzung von Neemöl der Firma Bayer), da Neemöl die Vermehrung von Weichhautmilben verhindern oder stören soll (wirkt auf das Nervensystem der Milben).

 

Ganz wichtig ist, dass der Bestand der Pflanzen regelmäßig kontrolliert wird und Quarantäne der Neuzugänge eingehalten wird von min. 3-6 Wochen mit wöchentlicher Kontrolle der Neuzugänge. Oftmals wird diese nicht eingehalten, weil man denkt "ach ich bekomm die schon nicht" ...so schnell wie man sich ungebetene Gäste einschleppt denkt/glaubt man nicht... Ganz Wichtig zur Vorbeugung ist ausreichend Frischluftzufuhr im Bestand (die Luft zwischen den Pflanzen muss zirkulieren können), Gleichmäßige Feuchtigkeit der Wurzelballen ohne Nässe/Trockenheit, (da Stress die Pflanzen anfälliger macht und somit schwächt) Quarantäne der Neuanschaffungen mit vorbeugenden Pflanzenschutz in Form von Nützlingen oder Spritzmitteln.

Besonders anfällig/und bevorzugt bei Weichhautmilben sind nicht nur Usambaraveilchen und andere Gesneriengewächse, sondern auch folgende Gattungen:

 

 Pelargonien, Impatiens, Gerbera, Alpenveilchen, Orchideen, Erdbeeren,

Raubmilben (Amblyseius barkeri) gegen Weichhautmilben und Thripse)
Raubmilben (Amblyseius barkeri) gegen Weichhautmilben und Thripse)
Taschenmikroskop zum Untersuchen der Pflanzen mit 60 und 100 x Vergrößerung
Taschenmikroskop zum Untersuchen der Pflanzen mit 60 und 100 x Vergrößerung

Wurzelläuse:


Unter Wurzelläusen versteht man Schild oder Schmierläuse die sich im Boden befinden bzw. sich dem Boden als Lebensraum angepasst haben.

 Wurzelläuse schädigen die Pflanze indem sie die Wurzeln anzapfen und sich somit vom Pflanzensaft ernähren und somit die Pflanze stark schwächen.

Da diese Schädlinge im Boden leben ist es gar nicht so leicht diese zu finden, und die Bekämpfung ist entsprechend schwierig.

 

Bekämpfung:

 

Es hat sich bewährt die Pflanzen in entsprechende Insektizide wie Neemöl, oder verschiedene Ölhaltigen Präparate zur Bekämpfung zu baden, dazu sollten die Wurzeln von Erde befreit werden und in dem Mittel gebadet werden. Auch sehr gut sollen Präparate auf Kaliseifenbasis helfen (Neudosan von Bayer) 

Nach der Behandlung und dem erneuten eintopfen der Pflanzen kann im Gießverfahren über ca. 3 Wochen das Insektizid verabreicht werden.

 

Um Wurzelläuse zu vermeiden nutze ich die Gewichtsreduzierte (da trocken gepresst) Blumenerde von Compo Sana. Da diese trocken und gepresst ist wird sich darin nichts befinden. Zusätzlich erhitze ich mein gemischtes Substrat vor dem benutzen ca. 5 min bei 80-100°C in der Mikrowelle oder Backofen um schädliche Mikroorganismen abzutöten. 

 


Raubmilben am Topf
Raubmilben am Topf

Thripse/Fransenflügler:


Bei Thripsbefall zeigen die Pflanzen gelbe oder silbrig/graue nadelstichartige Verfärbung. 

Bei genauem Hinschauen sind die langovalen, cremefarbenen Larven und die graugefärbten erwachsenen Thripse auf den Blättern zu finden. Die erwachsenen Tiere haben schwarz-weiß quergestreifte Flügel, an denen sie gut zu erkennen sind.Sie leben bis zu sechs Tage auf der Pflanze. Alle vier Wochen entsteht eine neue Generation und vermehren sich sehr gut unter trocken/warmen Bedingungen. 

Bekämpfung:

Thripse/Fransenflügler lassen sich sehr gut bekämpfen schon indem man die Luftfeuchtigkeit etwas erhöht, macht man ihnen die Vermehrung schwer. Bei einzelnen Befall an Pflanzen kann man die Pflanzen in einen Beutel eintüten und somit die Luftfeuchtigkeit erhöhen.

Weiterhin setze ich gegen Thripse Blautafeln ein um den Befall zu erkennen bzw. Die Thripse kleben auf der Tafel fest, Blau zieht Thripse magisch an daher sind sie oft an Blaublühenden Sorten zu finden.

 

Diese Pflanzenschutzmittel sind sehr gut geeignet:

 

  Spruzit AF Schädlingsfrei oder Spruzit SchädlingsSpray (Rapsöl + Pyrethrine)

   Schädlingsfrei Careo Spray (Acetamiprid)

            Zierpflanzenspray Lizetan Plus (Thiacloprid + Methiocarb)

Thripsbefall stark behaartes Laub mit Graufärbung der Blätter
Thripsbefall stark behaartes Laub mit Graufärbung der Blätter

Blattläuse:


Blattläuse haben eine grüne bis schwarze Färbung und treten vor allem im Frühjahr auf bei unseren Usambaraveilchen sitzen diese gern sn den Blüten und Blütenstielen.

Sie saugen an den Blütenstielen den Pflanzensaft uns Schwächen somit sie Pflanze durch die Ausscheidungen können sich verschiedene Pilze ansiedeln die ebenfalls schädlich sein können.

Bekämpfung:

Blattläuse lassen sich wirklich gut und effektiv behandeln.

Befallene Pflanzen sollten zuerst mechanisch von Läuse mit Hilfe von Wasser entfernt werden zusätzlich kann man gut mit handelsüblichen Insektiziden die übrigen Blattläuse bekämpfen. Auch sollte man darauf achten Zugluft zu vermeiden, da sich Blattläuse gern mit der Luft verbreiten.

 

geeignete Pflanzenschutzmittel sind:

 

Bayer Neemöl

Compo Bi 58

Bayer Schädlingsfrei Calypso 

Compo Schädlingsfrei Careo


Blattählchen:


Unter Blattählchen werden Nematoden oder Fadenwürmer bezeichnet die spezialisiert sind, auf bestimmten Pflanzen zu leben bzw. diese zu parasitieren.

Blattählchenbefall zeigt sich zu Beginn durch leicht aufgehellte rötliche Stellen diese sind deutlich von den Blattadern abgetrennt.

Eine Infektion kann über den Boden oder infizierte Pflanzen erfolgen. Die Nematoden wandern dabei in einem Wasserfilm den Stängel hoch und besiedeln das Blatt über die Spaltöffnungen. (Besonders wenn Pflanzen zu kräftig besprüht werden) Der gesamte Entwicklungszyklus erfolgt in der Pflanze (Ei, Larven, Nematode). Da dieser in zwei Wochen vollzogen ist, werden im Jahr eine Vielzahl von Nematoden ausgebildet.

Die Verbreitung und die Verschleppung erfolgt oft durch den Kauf neuer Pflanzen in den alten Bestand durch die Erde/Substrat.

Befallene Pflanzen zeigen dann Gallen, vergilben/verwelken und verkümmern.

Bekämpfung:

 

Der Handel bietet Raubnemadoden an die in Pulverform den Gießwasser beigefügt werden und die Blattählchen parasitieren und somit vernichten.

 

Online bestellbar:

 

https://www.nuetzlinge-shop.de/Nuetzlinge-gegen/Dickmaulruessler/Nematoden-SK-cool-g-Dickmaulruessler-6-Mio-f-12-m.html?listtype=search&searchparam=Nematoden%20

 

Zur Vorbeugung empfiehlt sich der Einsatz von Mykorrhiza-Pilzen die das Bodenleben verbessern und die Pflanzen stärken, diese Pilze werden dem Substrat beigemischt.

 

Online bestellbar:

 

http://www.mykorrhiza-shop.de/mykorrhiza.php


Trauermücken:


Trauermücken kennt so ziemlich jeder Pflanzenliebhaber diese kleinen schwarzen Fliegen die oftmals auf der Topferde oder den Töpfen umher fliegen.

Trauermücken legen ihre Eier in feuchte Topferde und daraus entwickeln sich kleine Larven die die Wurzeln der Usambaraveilchen anfressen was dazu führt das die Pflanzen kümmern und nicht wachsen wollen.

 

Bekämpfung:

Ich nutze Gelbsticker mit Leimbeschichtung um die erwachsenen Trauermücken abzufangen und am fortpflanzen zu hindern.

Es hat sich auch bewährt mit Stechmückenfrei zu gießen das Mittel wird dem Gießwasser beigemischt.

Zudem kann es helfen die Pflanzen trockener zu halten und hochwertige Erden zu verwenden.

Ich empfehle bei hohem Befall den Einsatz von Raubmilben (als biologische Bekämpfung) Hypoastis miles die Raubmilben fressen die Larven der Trauermücken und sind dabei sehr zuverlässig.

Gelbtafeln/Gelbsticker
Gelbtafeln/Gelbsticker
Stechmückenfrei zum Auflösen in Wasser
Stechmückenfrei zum Auflösen in Wasser

Farbveränderungen der Blütenfarben durch Weichhautmilben
Farbveränderungen der Blütenfarben durch Weichhautmilben
Starke Stauchung der Rosette durch Weichhautmilben
Starke Stauchung der Rosette durch Weichhautmilben
Starke farbveränderungen durch Weichhautmilben
Starke farbveränderungen durch Weichhautmilben

Raupen/Nachtfalterraupen:


 

 

 

 

Ich hätte es fast nicht glauben können bis mir Letztes Jahr eine gute Freundin davon berichtete das ihre Usambaraveilchen im Wohnraum Raupenbefall hatten deswegen habe ich diese Schädlinge mit aufgenommen.

 

Unter Raupen sind die Larven von Nachtfaltern zu verstehen.

Diese legen ihre Eier im Boden oder am Grund der Pflanze ab nach wenigen Tagen schlüpfen daraus wirklich kleine unscheinbare Raupen die man aufgrund der Farbanpassung auf den ersten Blick kaum sieht. Ihre Farbe variiert von braun/grün, gelblich/braun bis 5 cm groß.

Erst beim genauen Hinsehen und anhand der oberirdischen Frassspuren erkennt man die gefrässigen Larven, Sie fressen vor allem sehr gern die Blüten und Knospen aber auch das Laub und bei starken Befall die Wurzeln ihrer Wirtspflanzen.

Bekämpfung:

Zuallererst am besten mechanisch absammeln was man an Raupen finden und erwischen kann. Bei Starkem en Befall die Pflanzen austopfen und den Boden untersuchen da die Raupen teils Bodenlebend sind ggf. umtopfen.

 

Es gibt einige Pflanzenschutzmittel:

 

Bayer Lizetan Plus

Neudorff Spruzid Schödlingsfrei

Dr. Stähler Raupen-Frei


Raupenbefall an Blüten und Knospen
Raupenbefall an Blüten und Knospen

Thripsbefall
Thripsbefall
Graufärbung der Blätter durch Thripse
Graufärbung der Blätter durch Thripse